Smartphone und Co. –
schlecht für die Augen?

Blaulicht – die Geisel der digitalen Zeit?

Blau-violettes Licht befindet sich am unteren Ende des sichtbaren Lichtspektrums. Seit vielen Jahren steigt jedoch durch die vermehrte Nutzung digitaler Geräte unser „Blaulicht-Konsum“. Zum einen, weil wir Smartphones und Displays häufiger nutzen, vor allem aber, weil neue Lichtquellen einen höheren Blaulicht-Anteil haben: etwa Bildschirme zur Kontraststeigerung, Xenon-Scheinwerfer oder LED-Lampen.

Blau-violettes Licht kommt auch in der Natur vor und beeinflusst unseren Schlaf-Wach-Rhythmus. Aus diesem Grund findet dieses Licht therapeutische Anwendung gegen Winterdepressionen, die durch jahreszeitlich bedingten Lichtmangel hervorgerufen werden, oder bei Schlafstörungen, wenn ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus die Ursache ist.
Doch – wie fast immer – macht die Dosis das Gift. Denn blaues Licht gelangt aufgrund seines Spektrums fast ungefiltert durch das Auge zur Netzhaut. Diese Lichtart verursacht durch Überproduktion von bestimmten Eiweißstoffen Entzündungsprozessen in der Makula. Dieser Ort des schärfsten Sehens wird auch gelber Fleck genannt. Blaues Licht kann Makula-Degeneration fördern.
Wer sich dieser Lichtstrahlung über einen längeren Zeitraum aussetzt, riskiert es, laut Studie der französischen Umweltbehörde ANSES, auch Netzhautzellen zu verlieren. Im schlimmsten Fall mindert das die Sehschärfe. Besonders gefährdet seien unter anderem Kinder oder Menschen mit bestimmten Augenkrankheiten.
Deshalb schützt man die Augen heute mit sogenannten Blaulichtfiltern – einer speziellen Glasbeschichtung für Korrekturbrillen. Der Filter reflektiert einen Teil des blauen Lichtes, sodass weniger davon ins Auge gelangt. Dadurch beugt man einer Überanstrengung und Ermüdung der Augen vor. Zudem wirken Blaulichtfilter kontraststeigernd und mindern die Blendwirkung.

Überanstrengte Augen erkennen Sie an folgenden Symptomen:

  • Juckende, brennende und gereizte Augen
  • Zu wenig Tränenflüssigkeit und dadurch trockene Augen
  • Unscharfes Sehen
  • Schnelles Ermüden
  • Schmerzen durch Verspannungen im Rücken, Nacken und im Schulterbereich
  • Häufige Kopfschmerzen

Spezielle Blaulichtfilter wirken dem entgegen und steigern Ihre Produktivität. Fragen Sie bei Ihrem Fachoptiker nach.
Das konzentrierte Starren auf den Bildschirm vermindert den Lidschlag. Dieser ist wichtig, um die Tränenflüssigkeit auf dem Auge zu verteilen. Auch die Augenmuskulatur beginnt sich zu verkrampfen.
Machen Sie bei der Bildschirmarbeit alle 50 Minuten eine kurze Erholungspause für Ihre Augen! Legen Sie Ihre warmgeriebenen Hände auf die geschlossenen Augen. Streichen Sie Augen immer zur Nase hin aus, und verstärken Sie so den natürlichen Abfluss der Tränenflüssigkeit. Wellness für die Augen ist es, wenn man sie ab und zu in die Ferne schweifen lässt, und etwas Grünes wie Bäume oder eine Grasfläche fokussiert. Grün wirkt nicht nur auf die Augen enorm entspannend.
Die richtige Gestaltung des Arbeitsplatzes ist wichtig. Nicht blendendes Licht ohne Schattenbildung und ausreichende Luftfeuchtigkeit sorgt für einen angenehmen Arbeitsplatz für unser Sehorgan.

Was können Sie sonst noch tun?

Hilfe für die Augen kommt zudem aus dem digitalen Bereich. So gibt es Apps für Android-Geräte wie Darker, Blaulicht-Filter-Augenpflege oder Twilight, die die Helligkeit der Bildschirme herunter regulieren und mit Farbfiltereinstellungen warmes Licht ermöglichen. Auch der Nachtmodus von Monitoren und Handyscreens schonen dank des gelblichen Lichtes die Augen und sorgen auch für leichteres Einschlafen.
Mit den genannten Vorkehrungen kann man sich vor Blaulicht auf Tablet, Smartphone und Laptop so einigermaßen schützen. Der LED Beleuchtung und Xenon Licht im Straßenverkehr ist man zumeist schutzlos ausgeliefert. Eine EU-Norm regelt die Höhe der Lichtintensität für die im Haushalt verwendeten Leuchtmittel. Warmweißes Licht von LED-Leuchten ist weniger gefährlich. Auch soll man Lampen immer so platzieren, dass man nicht zu häufig direkt auf die Lichtquelle schaut. Beim Lesen auf Bildschirmen oder während des Fernsehens immer eine zweite Lichtquelle einschalten. Ist es in der Umgebung finster, weiten sich die Pupillen und eine höhere Dosis des schädlichen Blaulichts kann ins Auge eindringen. LED-Lampen mit gelblich gefärbtem Glaskörper filtern den Blaulichtanteil völlig heraus. Für Autofahrer, die besonders viel in der Nacht unterwegs sind und daher dem schädlichen Licht der Scheinwerfer ausgesetzt sind, bieten sich Autofahrerbrillen mit der entsprechenden Filtertechnik an. Sie verhindern zu schnelles Ermüden der Augen und bieten auch bessere Sicht in der Nacht und bei schlechten Witterungsverhältnissen.

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